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20.07.2010
11:43

Java 6 Update 21 und Eclipse

Alexander Frey ist Consultant bei aformatik

 

von Alexander Frey

eine kleine Warnung an alle, die Eclipse zusammen mit Java 6 Update 21 (z.Zt. aktuellste Version) einsetzen wollen: es funktioniert nicht Out-Of-The-Box, es gibt aber Workarounds. Betroffen sind anscheinend alle Eclipse-Versionen von 3.3 bis 3.6 (Helios) und zwar nicht nur die IDE, sondern auch RCP-Anwendungen.

 

 

 

Hintergrund:

Der Eclipse-Launcher liest vor dem Java-Start unter Windows aus einer Binär-Datei die Firma der JVM aus und setzt entsprechende Parameter beim JVM-Start (passend zur VM). Bis einschließlich Update 20 war die Firma "Sun Microsystems, Inc", bei Update 21 ist es nun "Oracle" (es handelt sich hierbei nur um den Hersteller-String in einer Binär-Datei, nicht um das Property "java.vendor").

In der Folge erkennt der Launcher nicht, dass eine VM mit Hotspot gestartet wird, sondern hält die VM für JRockit. JRockit kennt leider den Parameter "-XX:MaxPermSize" nicht, weshalb der Launcher diesen Parameter nicht setzt. Bei Hotspot wird der Parameter aber dringend benötigt, da es sonst zu einem Out-Of-Memory im PermGen Space kommt.

 

Empfohlene Workarounds (Zitat von Eclipse.org):

1. switch back to '1.6.0_20'

2. add the following line after "-vmargs" to your eclipse.ini:-XX:MaxPermSize=256m

Der entsprechende Fehler unter bugs.sun.com deutet darauf hin, dass diese Änderung in der Binär-Datei wieder rückgängig gemacht wird. Wenn das nicht passieren sollte, bekommen alle Eclipse und RCP-Anwedungen mit dem nächsten automatischen Java-Update ein Problem (Update 21 ist kein Security-Update und wird deshalb nicht über den Java-Updater automatisch verteilt).

 

Mehr Infos gibt es hier:

https://bugs.eclipse.org/bugs/show_bug.cgi?id=319514

http://bugs.sun.com/bugdatabase/view_bug.do?bug_id=6969236

 

 

 

 

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09.11.2009
16:02

Refactoring Snippet: Closure

Sebastian Petzelberger Senior Consultant bei aformatik

von Sebastian Petzelberger

Ein Refactoring Snippet zeigt ein kleines Problem auf und gibt eine kleine Lösung dazu an. Die Problemstellungen kommen aus der Projektarbeit. Die Snippets sollen kleine Hilfen sein. Außerdem sollen sie generell zum Refactoring anregen, aber auch zu einer Diskussion darüber einladen.

 

 

 

Refactoring Snippet: Closure

Vorstellung

Folgende Methodeninhalte kommen in dem Client-Code vor.

Ganz allgemein formuliert haben wir an einer Stelle:

	a();
x1();
b();

an einer anderen:

	a();
x2();
b();

usw. mit weiteren xn.

 

kleine Probleme

Redundanz: Das Problem ist hier bereits minimiert aufgeführt, weil die wiederkehrenden Aufrufe in den Methode a() und b() zusammengefasst sind. Ein Rest an Redundanz liegt noch vor.

Abhängigkeit: Hier nach dem Motto: "Wer a sagt, der muss auch b sagen!". Das halte ich für noch gewichtiger als die Redundanz. Obwohl oft entgegengehalten wird, dass doch jeder weiß, dass auf a() auch b() folgen muss. Aber genau das sollte der Code widerspiegeln. Es soll kein externes Wissen geben, sondern der Code soll exakt das sprechen, was eben zu sprechen ist. So verstehe ich gute Programmier-Sprache.

Fehleranfälligkeit: Eine Java-Methode darf - entgegen älterer Konventionen - mehrere Ausgänge haben. Diese werden bekannterweise mit return realisiert. Nun kann es passieren, dass bei einem Ausgang der Methode das b() nicht mehr erfolgt. Wenn eine Methode kurz und übersichtlich ist, wie sie sein sollte, kann dies noch recht einfach vermieden werden. In der Praxis können Methoden jedoch durchaus komplexer und unübersichtlicher werden und somit durchaus die Ausführung von b() mal unter den Tisch fallen.

Praktisch relevanter formuliert sieht das Problem wie folgt aus:

	open();
x1();
close();

kleine Lösung

Zuerst einmal wird ein Interface benötigt:

public interface Executor 
{
public void execute();
}

 

Dann wird eine Utility-Methode erstellt. Sie hat eine Instanz des Interfaces als Parameter und sorgt für die a/b Klammer, hier jetzt open/close.

public static void handle(Executor executor) 
{
open();
executor.execute();
close();
}

 

Jetzt können die Stellen im Client-Code verbessert werden, durch:

Executor executor =
new Executor()
{
public void execute() {x1();}
};

Utils.handle(executor);

 

Beurteilung

Vorteile: Auflösung der Redundanz. Keine Abhängigkeiten mehr. Im Client-Code wird nicht mehr geöffnet und geschlossen, und dadurch die Fehleranfälligkeit minimiert.

Nachteile: So klein ist die Lösung dann doch nicht. Der Code ist schwieriger zu verstehen.

Mein Urteil: Vielleicht gibt es mal in einer späteren Java-Version für die Umsetzung eine kürzere Notation. Es wird zwar viel beschrieben, aber inhaltlich eben eingespart. Ich bin für eine Einführung in ein Projekt, vor allem dann, wenn Probleme mit fehlendem close auftauchen. Da darf dann auch das Argument mit dem schwierigerem Code nicht ziehen, letztlich gehört die hier beschriebene Lösung zum Java-Standard. Es muss ja nicht jeder Mitarbeiter eine derartige Lösung selber entwickeln. Es muss nur die vorgefertigte Lösung anhand eines Beispiels nachvollzogen werden. Ich bin ein Pragmatiker und würde diese Lösung nicht für ein Projekt vorschlagen, wenn dies nur wenige Stellen betreffen würde.

praktisches Beispiel

Hier wird die Verbindung zu einer Datei verborgen. Auch möglich wäre eine derartige Einführung für die Verbindung zur Datenbank. Das Executor-Interface ist wie folgt deklariert:

import java.io.IOException;
import java.io.PrintWriter;

public interface WriteExecutor
{
public void execute(PrintWriter out) throws IOException;
}

Die Utility-Methode ist hier in einer Util-Klasse implementiert:

import java.io.FileWriter;
import java.io.IOException;
import java.io.PrintWriter;

public abstract class IOUtilsExample
{
public static void write(String filename,
WriteExecutor executor)
throws IOException
{
PrintWriter out =
new PrintWriter(new FileWriter(filename));
executor.execute(out);
out.close();
}
}

 

Jetzt der Client-Code:

WriteExecutor executor =
new WriteExecutor()
{
public void execute(PrintWriter out)
{
// jetzt kann mit out gearbeitet werden
}
};

IOUtilsExample.write("example.txt", executor);

 

Das Beispiel selbst ist natürlich noch nicht perfekt. Zum Beispiel kann hier eine Exception beim Schreiben dazu führen, dass das close() nicht aufgerufen wird. Aber der Nutzen des Closure Refactoring Snippet kommt dennoch sehr gut heraus.

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04.11.2009
14:56

Noch mehr Property-File-basierte Konfiguration bei IBM WebSphere Application Server V7

Roman Seibold, Senior Consultant und technischer Leiter der Schulungsabteilung von aformatik

von Roman Seibold

In meinem letzten Beitrag zum Thema WebSphere habe ich von der neuen Möglichkeit des WebSphere Application Servers V7 berichtet, mit sogenannten Property-Dateien Konfigurationsdaten auszulesen und zu verändern. [Beitrag]

Heute möchte ich ein paar zusätzliche Worte zu diesem neuen Feature verlieren.

Zunächst einmal nochmals zur Erinnerung. Über wsadmin, und nur über wsadmin, der skriptgesteuerten Konfigurationsvariante des Applicationservers, konnte man sich mit

 

AdminTask.extractConfigProperties(
'-propertiesFileName demo.props')

eine Datei namens "demo.props" im Property-Format ("property=value" Paare) besorgen.
Ein besonderes Property-Format, weil Reihenfolgen auch eine Rolle spielten.

Wenn man sich die erzeugte Datei genauer ansieht, trifft man in manchen Zeilen auf merkwürdige Einträge, wie z.B. diesen hier:

 

WC_defaulthost=9080:!{hostName1} # integer

WC ist hier nicht das, woran man eventuell in einem ersten schwachen Moment denkt, sondern die bei IBM oft genutzte Abkürzung für "Web-Container". Der Web-Container-Default-Host hat also Port-Nummer 9080, eine Zahl, die gestandene WebSphere-Kenner nicht überraschen sollte.
Für ein Property liegt aber dennoch ein merkwürdiges Format vor, da nach dem Wert 9080 noch eine weitere Information folgt :!{hostName1}. Der Zusatz # integer ist ein Kommentar bezüglich des Wertebereiches für das Property.

hostName1 hingegen ist eine Variable, mit der die Property-Files erst so richtig interessant werden. Definiert werden die Variablen in frisch erzeugten Property-Files immer ganz am Ende. Dort findet man folgenden Abschnitt:

 

#
EnvironmentVariablesSection
#
#
#Environment Variables
hostName2=localhost
hostName1=*
cellName=was70host00Cell01
nodeName=was70host01Node01
hostName=was70host01
serverName=server1

Man könnte jetzt die Variablen-Sektion verändern, wenn man die Werte auf einen anderen Server aufspielen will. Interessanter ist aber, diesen Teil ganz aus der Property-Datei zu entfernen und in eine eigene Datei zu legen, die dann nur aus der Environment- Variables-Section besteht. Nennen wir das File "var.props". Hierin kann man dann auch eigene Variablen definieren, z.B.

 

WC_defaulthost_value=9080

Und in der anderen Datei - "demo.props" - die weiter oben zitierte Zeile anpassen

 

WC_defaulthost=!{WC_defaulthost_value}:!{hostName1}

Jetzt haben wir eine generischere Konfigurationsdatei und eine Datei, in der die Variablen gemappt werden. Beide kann man von wsadmin zusammenführen lassen und validieren. Nach erfolgreicher Validierung lässt sich alles wieder zurück in das Konfigurationsarchiv übertragen:

 

AdminTask.validateConfigProperties(
'-propertiesFileName demo.props
-variablesMapFileName var.props')
AdminTask.applyConfigProperties(
'-propertiesFileName demo.props
-variablesMapFileName var.props')
AdminConfig.save()

Man kann also mit -variablesMapFileName ein weiteres File angeben, in dem nur die Variablen und ihre derzeitige Belegung enthalten ist. Mit einer weiteren Option -variablesMap lassen sich sogar direkt im wsadmin-Command die Properties belegen.
Das ist natürlich nur sinnvoll, wenn man wenige Variablen hat, oder wenn wsadmin als Skriptfile (vielleicht sogar mit Parametern) ausgeführt wird und man die Map programmatisch füllen kann. Leider funktionieren die beiden Optionen nicht zusammen. Die Idee, die größere Anzahl an Variablen im Map-File bereits zu setzen und dann einige über die Command-Line nachträglich zu liefern, ist den WebSphere-Architekten offenbar nicht gekommen. Hier gilt ein striktes "Entweder-Oder", ansonsten erntet man NullPointerExceptions.

Trotzdem, schon bei diesem simplen Beispiel deutet sich an, wie flexibel und mächtig dieses neue Feature dennoch ist. Man kann komplette Konfigurationen vorgeben, die einige variable Teile enthalten und diese - und nur diese! - werden dann jeweils ersetzt. Viel einfacher als ein Skript,
viel wiederverwendbarer als eine Administration über die Web-Oberfläche.

Probieren Sie es einfach mal aus und schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen - wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Bis dahin verbleibe ich mit konfigurativen Grüßen, Ihr

Roman Seibold

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Tags: v7, java
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